Endlich Golfer – Mein steiniger Weg in die VcG

Liebe Leser,

wie unlängst berichtet habe ich beschlossen mich dem deutschen Golfsystem (zumindest vorerst) zu beugen. Obwohl ich dem System weiter sehr kritisch gegenüber stehe, ist es mir doch einfach zu lästig ohne DGV/VcG Plastikkarte nach Spielmöglichkeiten zu suchen. Aufgrund der scheinbar größten Seriösität, mehreren Bekannten die bei der selben Organisation Mitglieder sind und den recht interessanten Turnierserien, habe ich mich schliesslich für die VcG (Vereinigung clubfreier Golfspieler) entschieden.

Nicht ahnend welcher Streß auf mich zukommen wird, habe ich mich also ganz normal bei der VcG angemeldet. Das heißt, dass ich die Anmeldeunterlagen ausgefüllt abgeschickt habe und auch noch formlos erklärt habe, das ich meine Platzreife schon 2005 absolviert habe, 2006 Fernmitglied in einem DGV Club war und mein damaliges HCP -54 war, da ich es nie durch Turniere runtergespielt habe. Was für Probleme sollten da schon auftreten, bei einer Organisation die unter anderem hiermit wirbt:

VcG: EINFACH GOLFEN.

Sie sind fasziniert vom Golfsport und spielen ab und zu Golf? Oder haben Sie gerade erst mit dem Golfsport begonnen? Sie suchen eine flexible Mitgliedschaft als Greenfee-Golfer und möchten endlich ein eigenes Handicap? Dann schlagen Sie mit der VcG ab!

Nach Eingang meiner Anmeldung erhielt ich folgende Mail:

Sehr geehrter Herr XXX,

zunächst einmal herzlichen Dank für Ihren Aufnahmeantrag zur Mitgliedschaft in der VcG.  Da Sie schon vor längerer Zeit aus einem Club ausgetreten sind, ist eine Mitgliedschaft in der VcG für Sie problemlos möglich.  

Wie Sie uns mitgeteilt haben, hatten Sie bereits eine Vorgabe (Handicap) von -54. Diesbezüglich möchten wir Ihnen mitteilen, dass eine Vorgabe innerhalb von 12 Monaten erlischt, wenn ein Spieler nicht mehr Mitglied eines Vereins ist (DGV-Vorgabensystem 22.1).

Einem Spieler, der schon einmal ein gültiges Handicap gehabt hat, kann auf der Grundlage von drei Ergebnissen vom Vorgabenausschuss der VcG ein neues Handicap erteilt werden (DGV-VS 23.1).

Die Ergebnisse müssen in Privatrunden (keine Turniere) und als Einzel-Zählspiel über 18 Löcher gespielt werden (keine Löcher streichen).

Der Zähler sollte möglichst die Vorgabe -28 oder besser führen (Nachweis: z.B. Kopie seines Clubausweises).

Sie würden dann zunächst einen VcG-Mitgliedsausweis ohne Handicap-Eintrag erhalten (sollten Sie, um auf die Plätze kommen zu können, eine Bestätigung von uns benötigen, dann können Sie uns gern Bescheid geben). Nach der Neufestlegung Ihres Handicaps können wir Ihnen dann einen neuen Ausweis mit Handicap-Eintrag bestellen.

Alternativ hierzu könnten Sie erneut eine Platzreife ablegen.

Wir würden uns freuen Sie als neues Mitglied in der VcG aufzunehmen. Bitte geben Sie uns kurz Bescheid, ob Sie mit dem oben beschriebenen Verfahren zur Wiederzuerkennung Ihres Handicaps einverstanden sind. Über eine kurze Rückmeldung würden wir uns freuen.

Mit sportlichen Grüßen …

So problemlos wie im ersten Abschnitt der Mail geschrieben, fand ich die Lösungen jetzt nicht. Schliesslich  möchte ich möglichst sofort losspielen können und zwar mit geführtem HCP und auch auf Turnieren (das erste ist für den 14.04. geplant). Da ich leider nur sehr selten Zeit finde zum Golf spielen, sind drei Runden über 18 Löcher für mich echt viel und es würde sicherlich einige Zeit dauern, bis ich die voll habe. Ausserdem möchte ich doch nur wie jeder andere Golfer mit einem HCP von -54 anfangen und besser war ich ja auch früher nicht, als ich ein HCP hatte. Also habe ich mich für die andere Alternative entschieden und  wollte ein neues Platzreife-Zertifikat einreichen, welches mir bei meinem „öffentlichem Heimatclub“ in Münster Hiltrup (www.golfen-in-hiltrup.de)ausgestellt werden sollte.

Dieses habe ich der VcG telefonisch mitgeteilt und glaubte damit alle Unklarkeiten aus dem Weg geräumt zu haben. Leider weit gefehlt. In der Folge erhielt ich diese Mail:

Sehr geehrter Herr XXX,

wie soeben telefonisch besprochen müssen Sie darauf achten, dass Sie die Bestätigung des Golfclubs für die DGV-Platzreifelizenz erhalten.

Gemäß unserem Verzeichnis in dem ich eben noch mal nachgeschaut habe verfügt der Golfclub Hiltrup nicht über die DGV Platzreifelizenz. Leider konnte ichSie telefonisch nicht mehr erreichen, wollte Sie aber noch mal darauf hinweisen dies zu überprüfen.

Gerne können Sie mich uns diesbezüglich auch noch mal anrufen.

Mit besten Grüßen, 

Lustigerweise ist der beschriebe Platz sehr wohl in dem Verzeichnis. In einem weiterem Telefonat, wurde das auch schnell geklärt. Mir wurde erklärt, dass es zu einer Verwechslung gekommen sei, mit einem anderen Platz, in einem anderen Hiltrup. Diesen konnte ich zwar weder über Google, noch über golf.de oder die Homepage des VcG  finden, aber was soll`s!

Da ich nun das geforderte Zertifikat vorlegen konnte, war ja alles in Ordnung….naja, leider nicht! Beim Versuch mich für ein VcG Turnier anzumelden, wurde mir eröffnet, das ich dieses nur „AK – Ausser Konkurrenz“ spielen dürfte. Relativ verblüfft fragte ich natürlich nach dem warum. Die Begründung war, dass ich ja 2006 schon mal ein HCP hatte. Meine Erwiederung war, dass ich aber doch damals mein HCP gar nicht runtergespielt hätte. Freundlich aber bestimmt wurde mir erklärt, dass das ja jeder behaupten könnte und ob ich Belege darüber erbringen kann. Leider habe ich keinen Zugriff mehr auf die Datenbank des DGV von 2006 und selbst die VcG als DGV Tochter kann scheinbar (oder möchte?)keinen Einblick nehmen. Zum Glück habe ich noch meine alte DGV Karte, auf der die 54 vermerkt ist. Diese habe ich dann als PDF Datei zum VcG geschickt. Glücklicherweise waren damit dann alle Probleme aus der Welt geschafft. Ich erwähne jetzt mal nicht, dass ich von der Warteliste eines Turniers, auf welche ich mich hatte setzten lassen, verschwunden war, da ich mich nun erneut habe drauf setzen lassen (übrigens nicht mehr auf der 1, sondern auf der 2!).

Ich finde die ganze Geschichte sehr seltsam, weswegen ich sie auch hier veröffentliche. Einseits finde ich das hier ein wenig viel Wind für nichts gemacht wurde und anderseits wurde mir ja quasi unterstellt, oder zumindest ist es so bei mir angekommen, dass ich versuche mir ein falsches Handicap zu ergaunern, was einfach nicht stimmt. Ich denke schon, dass meine aktuelle Spielstärke besser ist als -54, aber das wird sich ja dann zeigen und schliesslich fängt doch jeder dort an und warum sollte es da bei mir anders sein?

Nur das die ganze Geschichte jetzt nicht zu negativ rüber kommt, schliesslich leben ja wir in einem Land das für seine Bürokratie (zurecht!) berühmt ist und das alles hat bestimmt einen höheren Sinn, den ich leider nicht verstehe:

Ich finde diesen ganzen Bürokratie Kram total überflüssig und bin auch weiterhin genervt davon, dass Golf offenkundig weiter hauptsächlich der Sport der Elite bleiben soll und Querdenker möglichst außen vor bleiben. Der direkte Kontakt zur VCG war aber stets freundlich und die Mitarbeiter waren immer bemüht einen schwierigen Kunden wie mich zufrieden zu stellen. Von anderen Personen die einen „normalen“ Weg in die VCG gegangen sind habe ich zudem gehört, dass es dabei keinerlei Probleme gab.

Wenn sich übrigens jemand von euch dafür entscheidet VcG Mitglied zu werden, werbe ich ihn gerne als neues Mitglied. Dafür gibt´s Greenfee- oder Einkaufsgutscheine:-)  Infos zu fast allem findest man unter

www.vcg.de

FREE GOLF!!!

nICEsLICE

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3 Kommentare zu “Endlich Golfer – Mein steiniger Weg in die VcG”

  1. Man das ist ja ein hickhack. Ich verstehe nicht warum man bei diesem Sport so ein Aufriss macht. Also ich kann Dir nur sagen wir haben mit Golf in Wall einen Club gefunden wo zwar auf die Etikette wert gelegt wird es aber wurscht ist ob Du Richter oder Rentner oder sonst was bist. Wir haben da, quer durch die Gesellschaftschichten eine Menge Spaß!

    Gruß aus Brandenburg von der Wallgang http://www.wallgang.de

  2. Wenn man das einem ausländischen Golfer (egal welchen Landes) erzählt
    (nachdem man ihm erklärt hat was eine Platzreife ist), lacht der sich tot.

    Glückwunsch jedenfalls, hoffe man sieht sich bald auf dem Platz 🙂

  3. so, nun mein dritter Versuch eines Kommentars 😉
    Wie schon mal gesagt – übertreiben es wir deutschen mal wieder mit „alles richtig machen“. Ein Tiger Woods, Phil Michelson und wie sie alle heißen, dürften in Deutschland gar nicht spielen und auf den Platz da sie weder Platzreife kennen noch diese haben. Ist doch schon doof, wenn wir in unserem eigenen Land von uns selber Diskriminiert werden und es uns gefallen lassen.

    Wobei ja die Platzreife nicht mal von jedem anderen Club anerkannt werden muss, das ist ja das nächste krumme Ding an dem ganzen „Schein-System“ der Platzreife.

    Trotz allem, viel Spaß beim VcG und möge die All-Macht des DGV bald gebrochen werden und es auch jedem möglich wird in Deutschland zu golfen der Lust und Laune hat. Die Greenfee Preise sind ja eh schon recht hoch.

    bis denne
    rebel

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