Golf und seine Variationen

Freunde des Sports,

Golf wird inzwischen  bekanntlich nicht nur auf normalen Golfplätzen gespielt, sondern es sind im Laufe der Zeit diverse Varianten entstanden. Im folgenden habe ich mal alle mir bekannten Variationen aufgelistet.

Golf:Die ursprüngliche und wohl auch bekannteste Golfform ist natürlich das klassische Golf. Angeblich soll es schon im 13.Jahrhundert Vorläufer des Golfs gegeben haben. Das erste schriftliche Zeugnis über Golf kommt aus dem 15. Jahrhundert und ist übrigens ein Verbot des schottischen Parlamentes – stattdessen wurde Bogenschießen angeordnet! Allerdings fiel das Verbot wenige Jahre später und es wurde bekannt, dass der König James IV. selbst Golf spielt. 1735 ist wohl der erste Golfklub „Royal Burgess Golf Society“ gegründet worden.

Crossgolf/Urban Golf: Weitgehend bekannte Variante des klassischen Golfs. Gespielt wird überall dort, wo es geht, vor allem im urbanen Umfeld, Industrie- oder Brachflächen. Es werden in der Regel normale Golfschläger und Bälle benutzt, teilweise aber auch weichere Bälle mit weniger Reichweite und geringerem Verletzungspotential. Der Ursprung des Crossgolfs liegt 20 Jahre zurück. Damals ist eine bis heute aktive Gruppe entstanden die gegen die vermeintlich spießigen Anwandlungen des Golfsports revoltierten – die Natural Born Golfers!  Heute gibt es Crossgolf in vielen Varianten und diverse Leute und Gruppen betreiben es. (Weitergehende Infos und Meinungen des Verfassers findet ihr unter der Rubrik „Crossgolf“, hier auf der Seite!)

Swingolf: Eine in Frankreich entwickelte Golfvariante mit vereinfachtem Regelwerk und geringeren Ausstattungsanforderungen. Die erste Bahn entstand 1982 in einer Kleinstadt namens Etampes bei Paris. Gespielt wird mit Hartgummibällen die größer sind als ein normaler Golfball und einem einzigen Schläger mit dem maximale Reichweiten von ca. 120 Metern möglich sind. In der Regel werden 18 Bahnen gespielt, die allerdings deutlich kürzer als beim regulärem Golf sind. Ein Swingolfplatz benötigt nur ungefähr 15% der Fläche eines regulären Golfplatzes.

Minigolf: Ist umgangssprachlich zu einem Sammelbegriff  für alle Arten des Bahnengolf geworden. Gespielt wird zumeist auf 18 Betonbahnen, die mit unterschiedlich schweren Hindernissen versehen sind. Pro Bahn sind meist nur sechs Schläge erlaubt. Gespielt wird mit einem Schläger, der dem Putter ähnelt und unterschiedlich harten Bällen, aus denen der Spieler auswählen kann. Die erste Minigolfanlage ist 1954 in schweizerischem Ascona entstanden. In Deutschland gab es 2006 ca. 250 Anlagen und es gibt eine Minigolf-Bundesliga

Adventure Golf: Eine Abwandlung vom Minigolf, die in USA entstanden ist. Gespielt wird auf nicht genormten Bahnen auf Kunstrasen. Eine Höchstzahl von Schlägen gibt es nicht und häufig sind mehr als die beim normalen Minigolf erlaubten Schläge nötig. Die erste Anlage dieser Art in Europa ist im Duisburger Strandbad Wedau zu finden.

Indoorgolf: Ist ein Überbegriff für Golfaktivitäten, die in einer Halle  durchgeführt werden. Dazu zählen Indoor Drivingrange, Chipping Area, Puttinggreen und Golfsimulatoren. Indoor Golf wird mit den herkömmlichen Schlägern und Bällen gespielt. Es dient sowohl dem Training als auch dem Spiel auf einem virtuellen Golfplatz mittels eines Golfsimulators. Der real ausgeführte  Golfschlag (meist in ein Auffangnetz) wird von einem Computer berechnet und in eine virtuelle Landschaft projiziert.

Hickory Golf: Diese traditionelle Variante des Golfs wird mit Schlägern aus dem Holz des Hickory Baumes mit Ledergriffen gespielt, die bis in die 30er Jahre den 20. Jahrhunderts Standard waren im Golfsport. Die Schläger sind nicht durchnummeriert, sondern haben klangvolle Namen wie Spoon, Brassie, Mashie oder Niblick. Die Bälle, sogenannte „Guttys“, werden aus kautschukähnlichem Guttapercha hergestellt. Schläger und Bälle werden heute fast ausnahmslos von der wohl einzigen bestehenden Manufaktur hergestellt, die ihren Sitz im schottischen St.Andrews hat. Vor allem im Vereinigtem Königreich hat Hickory Golf viele Anhänger. Gespielt wird in einem strengen Dresscode. Man kleidet sich wie zur Zeiten der englischen Kolonialzeit oder deutschen Kaiserzeit.

Der besondere Reiz dieser Variante ist die Schwierigkeit. Das besondere Material ist wenig fehlerverzeihend. Der Sweet Spot, also der Punkt an dem man den Ball treffen sollte, ist deutlich kleiner und die Elastizität des Holzes erfordert sanfteres Schwingen. Einige Profis sagen, wer viel mit Hickory Schlägern spielt, wird ein besserer Golfer!

Micro Golf: Ist die Miniaturform des Golf. Gespielt wird mit einer Golfernachbildung aus Polyamid. Grundsätzlich kann Micro Golf auf allen Untergründen gespielt werden. Was man als Loch benutzt, bleibt jedem Spieler selbst überlassen. Der 11,23 cm hohe Micro Golfer spielt mit eisenpulverbefüllten Plastikbällen. Im Inneren der Figur befindet sich ein System aus Messing-Zahnrädern, welches später den Schläger der Figur in Bewegung bringt. Durch das Einführen eines Stiftes, an dem sich Zacken befinden, lässt sich der Abschlag präzise kontrollieren. Im Micro Golf wurden vier Schlägerarten aus dem richtigen Golf übernommen: Driver, Iron, Wedge und Putter, die auch in denselben Aufgabenbereichen eingesetzt werden sollten. Dieses System ermöglicht Schläge von bis zu drei Metern Höhe und acht Metern Weite und hohe Präzision.

Entwickelt wurde Micro Golf von einem Team aus Deutschen und Schweizern. Es werden jährlich nationale und internationale Wettkämpfe ausgetragen.

Golf als Kartenspiel: Es gibt eine Patience Variante die sich Golf nennt.

GolfCross: Interessante Variante aus Neuseeland. Seit Ende der 80er Jahre wird dort mit ovalen Bällen gespielt, die aussehen wie ein kleiner Football. Gespielt wird mit normalen Golfschlägern, ein Putter wird nicht benötigt. Die Ziele sind keine Löcher, sondern eine Art Tor. Ausser in Hindernissen darf der Ball immer aufgeteet werden, hierfür gibt eine Art Gummihaube, die über ein normales Tee gestülpt wird. Seit 2009 gibt es auch ein Turnier im niederländischen Zuiderpark und auch im schlewig-holsteinischem Wiemersdorf gibt es die Möglichkeit GolfCross zu spielen.

Bürogolf: Golfturniere da wo man sonst arbeitet. Cross(Mini)golf im Arbeitsplatzumfeld.

Sockengolf: Zu sehen in einer Folge von „Two and a half men“. Es gilt ein zusammengerolltes Paar Socken mit möglichst wenig Schlägen mit der flachen Hand in oder gegen ein vorher bestimmtes Ziel zu schlagen. Lustig, überall spielbar und sicherlich die preisgünstigste Art Golf zu spielen.

Off Course Golf: Wie in einem meiner anderen Artikel erwähnt veranstalte ich selbst ein Golf Turnier. Die meistens würden es Crossgolf nennen und sicher auch nicht ganz falsch damit liegen. Allerdings sehe ich in Crossgolf das, was es im Sinne der Gründer dieses Sports ist und da machen wir halt einfach, genau wie die meisten anderen Crossgolfer, etwas anderes. Da wir zudem immer wieder Regeln in unser Turnier aufnehmen, die nichts mit Golf zu tun haben, sondern eher an Darts oder Billard erinnern, haben wir dem Kind einfach einen eigenen Namen gegeben! (www.bgatour.de)

Mehr Varianten sind zumindest mir nicht bekannt. Wenn ihr noch was kennt, schickt uns eine Nachricht oder hinterlaßt ein Kommentar.

Immer schön viel Spass beim spielen wünscht euch

Nice Slice

Ursprüngliche Bildquellen:

www.illmensee.de

www.hickorygolf.com

www.naturalborngolfers.com

www.golf-maul.de

www.golfcross.com

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2 Kommentare zu “Golf und seine Variationen”

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