Golftraining: Angst vor PAR?

Einleitung:
Im zweiten Artikel zum Bereich mentalem Golftraining möchte ein Golferphänomen beschreiben, dass sich eigentlich in allen Handicap-Klassen wiederfinden lässt – „die Angstblockade vor Verbesserung“. Mir war lange Zeit gar nicht bewusst, dass es diese „mentale Blockade“ im Golf überhaupt gibt. Der ein oder andere Leser wird sich jetzt denken: „Halt stopp! Wieso Angst vor einem besseren Score? Deswegen spiele ich dich doch gerade Golf!
Einige sehr gute Kapitel aus dem Buch „Zen-Golf“ von Joseph Partent haben mir aber bewusst gemacht, was es mit dieser „natürlichen“ quasi angeborenen und tief in uns verankerten Blockade zu tun hat – es ist die Angst vor Veränderung, die Angst den gewohnten Rahmen zu sprengen. In Anlehnung an Joseph Parents Gedanken, möchte ich meine eigenen Erfahrungen hierzu schildern, welche ich bei einem kürzlich stattgefundenen Turnier dazu gemacht habe…
Angst vor PAR?
Viele Menschen sind „Gewohnheitstiere“ und das nicht nur in ihrem beruflichen, häuslichen, familiären Umfeld, sondern auch beim Golfen. Ob auf dem Übungsgelände oder Golfplatz – wir neigen dazu selten Verhaltensweisen und Kognitionen zu verändern, auch wenn wir wissen, dass es effektiv wäre daran zu arbeiten. Es hat etwas damit zu tun, dass es uns – laut J.Partent – schwer fällt unseren gewohnten Rahmen zu verlassen (Seite 23, „Den gewohnten Rahmen sprengen“).
Hier ein konkretes Beispiel aus meiner Erfahrung: Der Handicap-Gedanke ist für mich „Fluch“ und „Segen“ zugleich. Eine ganze Weile seines „Golferlebens“ beschäftigt man sich mit dem Gedanken – „wie kann ich mich am schnellsten verbessern?“ Ob eine schnelle Verbesserung positiv ist, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Das aber für eine Verbesserung, ob „High-Handicaper“ oder „Single-Handicaper“, die gewohnte Kompfortzone im Kopf verlassen werden muss, war mir eigentlich nie so wirklich bewusst. Und genau das ist auch der Punkt. Das Bewusstwerden ist der erste Schritt zu einer Verbesserung des Handicaps, auch wenn dies sich nicht in Zahlen auf einer Scorekarte oder Clubkarte sichtbar machen lässt. Es ist eine persönliche, mentale Veränderung die dann zum gewünschten Erfolg führt. Da bei Turnieren oft nach Stableford gezählt wird, ist dem Spieler quasi eine „Komfortzone“ auf eine gewisse Art durch seine Spielstärke vorgegeben. Ein Handicap Spieler mit Platzvorgabe 36 (CAVE: nicht = HCP) hat auf einem PAR 5 zwei Striche/ Schläge vor, quasi „zusätzlich“. Das heißt sein persönliches PAR ist eine 7, wofür er genau 2 Stablefordpunkte kassiert. Soweit die Theorie.
Verbessert man sein Spiel durch z.B. das Training, durch mehr Selbsvertrauen und dadruch auch mentale Stärke kann es passieren, dass man auf einmal in einem Turnier sich sogar Birdie-Chancen bzw. mind. hervorragende PAR-Chancen erarbeitet und dann auf dem Grün feststellt, dass man sich gerade außerhalb des gewohnten Rahmens und somit auch außerhalb seiner „gewohnten Spielstärke“ befindet. Die Folge ist fast jedem klar: der Birdie-Putt zu kurz, der 50 cm PAR Putt vorbei und der Ball zum Bogey im Loch (oder teilweise noch „schlechter“). Dieses durch Angst geprägte Verhalten, was vor allem im Unterbewusstsein abläuft, sehe ich nicht nur an mit selbst, sondern auch bei meinen Freunden und anderen Flight-Partnern, die drohen ihre Komfortzone zu verlassen.
Bei mir ist in den letzten Wochen die „Angst vor PAR“ ausgebrochen. Abstruserweise putte ich so lange „Gedankenunfrei“ auf dem Green herum, bis der Ball zur persönlichen Handicapvorgabe ins Loch fällt. Diese Angst führt trotz hoher Konzentration genau zu einem übermäßigen Kontrollverhalten. Der Körper und der Kopf können den gewohnten Rahmen nur selten verlassen, und zwar genau dann, wenn man ihm die Chance gibt frei zu agieren und die Aufgabe anzunehmen. Dies mag etwas trivial erscheinen, aber es gibt viele Golfer, denen dieser Schritt teilweise für eine lange Zeit gar nicht gelingt. Man kann diese „Angst“ oder „selbsterfüllte Prophezeiung“ laut J.Partent nicht loswerden, sondern man kann sie lernen zu kontrollieren. Ich bin gespannt, ob diese Einsicht meinen „Knoten zu PAR“ bald platzen lässt…

Viel Erfolg auf der nächsten Runde!
McMulligan

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Ein Kommentar zu “Golftraining: Angst vor PAR?”

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