Platztest: GC St. Dionys

Heute möchte ich einen Platz besprechen, den ich Ostern spielen konnte: Den GC St. Dionys in der Lüneburger Heide, unweit von Hamburg.

Meine Wahl ist auf diesen Platz gefallen, da er bei diversen deutschen Rankings regelmäßig unter den Top 10 landet (und weil ich in Falkenstein am Feiertag nicht spielen durfte ;>) Entsprechend hoch waren aber auch meine Erwartungen.
Um es vorweg zu nehmen: Sie wurden nicht enttäuscht. St. Dionys ist ein traumhafter Platz.

Ich möchte an dieser Stelle ein neues Ranking einführen und es an St. Dionys erproben.
Es gibt 0-10 Punkte mit 0,5er Schritten in je 6 Kategorien zu vergeben und eine Gesamtpunktzahl. Dabei ergibt sich das Gesamturteil natürlich aus der vorher vergebenen Punkten, ohne sich von diesen mathematisch genau ableiten zu lassen- So bleibt Spielraum für Subjektives und Extrapunkte, die durch die Kategorien nicht abgedeckt werden. Jede Einzelwertung sollte dabei begründet werden.
Dabei entsprechen 0 Punkte einem schäbigen Acker mit einem Bauwagen als Clubhaus und 10 Punkte sind exklusiv dem Augusta National GC vorbehalten.

Zur Höhe der Bewertungen: Als Referenzrahmen würde ich eher die deutschen Plätze vorschlagen, anders als es z.B. der Reisegolfer macht. Bei ihm bekommen ‚gute‘ deutsche Plätze oft nur 5-6 Punkte, weil er sie mit den Top Plätzen der ganzen Welt vergleicht. Da aber 80-90% der hier besprochenen Plätze in Deutschland liegen werden, finde ich es so angemessener.

Die Kategorien sind:

1. Natur / Kulisse: Wie schön ist der Platz gelegen? Was bekommt man beim Spielen an Ausblicken geboten? Wie integrieren sich die Spielbahnen in die Landschaft?
2. Design: Wie  gut ist das Design der Spielbahnen? Sind die abwechslungsreich und doch harmonisch? Sind Hindernisse gut platziert ohne die Löcher unfair zu machen?
3. Zustand:  Wie ist der Pflegezustand des Platzes? Sind die Grüns schnell und treu ohne knallhart zu sein? Sind die Fairways eben und grün oder voller kahler Stellen?
4. Übungsanlagen:  Wie gut kann man sich auf die Runde vorbereiten? Gibt es genug Rasenabschläge? Eigene Chipping und Pitching Greens? Ein großes Puttinggrün?
5. Clubhaus / Gastronomie / Service:  Wie sind die Rahmenbedingungen? Wird man freundlich empfangen? Gibt es ein schönes Clubhaus mit guter Gastronomie?
6. Preis – Leistung: Wie teuer ist das Greenfee und was kriegt man dafür geboten?

Gesamtpunktzahl: In diese Wertung fließen alle objektiven und subjektiven Kriterien mit ein sowie eventuelle Zusatzpunkte.

Hier sollte man spielen, weil …  In einem Satz: Was macht einen Besuch hier empfehlenswert (so fern es eine Empfehlung gibt).

Auf gehts..

GC St. Dionys

Der Platz liegt in der Lüneburger Heide, allerdings befindet man sich an den meisten Löchern mehr im Wald als in der Heide. Auf den Backnine kommt aber auch die typische Heidelandschaft ins Spiel.

2008 wurde der Platz z.B. vom Golfmagazin auf Platz 8 in Deutschland gerankt- vor Hubbelrath, Gut Kaden und anderen und in der Nähe von Gut Lärchenhof. Ich hatte also enstprechend viel erwartet. Ich durfte entgegen der Regel auch an einem Feiertag ohne Begleitung von Mitgliedern spielen, bin dann aber schließlich durch Zufall mit einem älteren Ehepaar auf die Runde gegangen.

1. Natur / Kulisse:8.5
Das absolute Highlight der ganzen Anlage. Der Platz ist absolut traumhaft gelegen inmitten eines hohen Waldes.  Mein Flightpartner sagte: „Wenn man hier spielt, fühlt es sich immer so an, als sei man alleine auf der Welt“. Ich weiß zumindest was er meint.
Damit es auch optisch nicht eintönig wird, kommt auf einigen Bahnen Wasser ins Spiel. Die Backnine werden insgesamt offener und am Rande der Fairways findet sich an einigen Löchern Heidelandschaft. Das vielleicht beste Loch des Platzes (und lange Jahre als schönstes Loch Deutschlands gerankt) ist die 8, ein 147m langes Par 3. Hier schlägt man carry übers Wasser  auf ein von hohen Bäumen umstelltes Grün.

2. Design: 7
Das Design des Platzes ist sehr gut. Der Architekt hat sich Mühe gegeben, abwechslungsreichen  Spielbahnen zu schaffen. Die Grüns sind relativ dezent verteidigt und die Länge der einzelnen Spielbahnen halten sich in Grenzen, es gibt kein Par 4 über 380 Meter und viele um die 350m, außerdem sind einige erreichbare Par 5 dabei.
Wenn man es schafft, die Fairwaybunker zu überschlagen oder zu umgehen, hat man meist einen recht einfachen Approach. Das macht den Platz insgesamt fair, obwohl man am Abschlag fast jeder Bahn dazu verdammt ist, gerade zu schlagen- Wenn der Ball in den Wald geht, kann man den Score vergessen. Insofern erfordert der Platz durchgehend hohe Konzentration. Das Sloperating von 128 finde ich allerdings zu niedrig, wenn ich es vergleiche mit Plätzen in der Umgebung.
Wenn man einen Mangel finden sollte, würde ich mir noch ein paar interessantere Par 4-Löcher wünschen. Einige ähneln sich ziemlich: 350m mit Dogleg.

3. Zustand:  6
Der Platzzustand war der Jahreszeit angemessen, allerdings nicht so gut, wie ich es mir von einem Spitzenplatz erhofft habe. Die Grüns waren schon im Februar in Hubbelrath besser und vom Zustand eines Gut Lärchenhof ist St. Dionys dann doch recht weit entfernt (Obwohl ich Lärchenhof auch im Winter gespielt habe). Die Grüns waren nicht sonderlich schnell und hatten mit dem üblichen ‚Lochfraß‘ zu kämpfen.
Trotzdem ist die Anlage in deutlich besserem Zustand als die meisten Clubs hier in der Gegend und mit einer anderen Erwartungshaltung würde man den Pflegezustand als wirklich gut bezeichnen.

4. Übungsanlagen:  6.5
Der Club bietet vielfältige und gute Übungsbereiche. Eine große Driving Range mit vielen Rasenabschlägen, ein Chipping Grün und 2 große Puttinggrüns, alles sehr schön gelegen um das Clubhaus herum. Kritikpunkte sind ein fehlendes Pitching Green und die beschränkte Zugänglichkeit des Chipping Greens.

5. Clubhaus / Gastronomie / Service:  7.5
Absolut Top. Ein sehr schönes Clubhaus mit Reetdach, nettes und flexibles Sekretariat (Ich durfte spielen trotz Feiertag und habe Rabatt bekommen, der mir gar nicht zugestanden hätte), ein guter Proshop und ein nettes Restaurant samt Terasse mit Blick auf den Golfplatz. Die Currywurst für 5,90€ war ihr Geld auf jeden Fall wert. 

6. Preis – Leistung: 8.5
Das Gesamtpaket hat absolut gestimmt. Für nur 70€ (35€ Studenten) bekommt man hier einen Top Platz geboten, wo alles passt. Vom Preis-Leistungsverhältnis sicherlich der beste Platz, den ich bisher gespielt habe.

Gesamtpunktzahl: 8
Trotz des Pflegezustandes (der im Sommer sicherlich gut ist) und wegen des günstigen Preises und des tollen Naturerlebnisses.

Hier sollte man spielen, weil …  man hier günstig einen wirklich netten Waldspaziergang machen kann.

Leider nur 2 Fotos gemacht:


					
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2 Kommentare zu “Platztest: GC St. Dionys”

  1. stimme Dir in Deiner hohen Wertschätzung von GC St. Dionys voll überein bis auf Deinen Kommentar bei Design, dass man den Score vergessen kann, wenn der Ball in den Wald geht. Das Gegenteil ist richtig: Du findest in dem auf Höhe schlechter bis guter Drives meist perfekt aufgeräumten Wald mangels Unterholz stets Deinen Ball und verlierst in der Regel nur einen halben Schlag, da Du sicher rausspielen kannst und nicht jedesmal zweimal putten musst..

  2. Nicht an den Stellen, wo ich meine Powerslices reingekloppt habe 😀 Da war tiefster Wald mit Gestrüp und Tannennadeln. Aber mag ansonsten so sein!

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