Golftraining: Wie voll ist dein Becher?

Einige unter unseren Lesern werden sich jetzt sicherlich fragen: “ Was soll ein Coffee To Go Becher“ mit meinem Golftraining zu tun haben… dieser Einwand ist sicherlich erstmal total verständlich. Ich möchte in der heutigen kleinen „Golf-Kolumne: Wie voll ist dein Becher?“ etwas Licht in die Sache bringen…
Eine etwas andere Betrachtung des Golfschülers:
Es gibt nur wenige erfolgreiche Golfspieler, die als Autodidakten sich die Technik des Golfspiels mehr oder weniger „korrekt“ selbst beibringen und keinen Golflehrer/-Pro aufsuchen (müssen), um an ihrem Schwung mit den langen Eisen, am Chippen oder Putten zu arbeiten. Alle anderen, suchen des öfteren einen oder sogar verschiedene „Golfpros“ auf, um ihrem kaputten Schwung „heilen“ zu lassen. Der Golfpatient (Schüler) hat ein Symptom, der Golfdoktor (Lehrer/ „Pro“) die Diagnose und Therapie sowie ein Rezept für „zu Hause“!  Zieht man seine Runden mit anderen Freunden, Clubmitgliedern oder fremden Gastspielern über den Golfplatz, ist das Golftraining oft ein Gesprächsthema.
Hier ein kleiner Dialog, den der ein oder andere so ähnlich vielleicht kennt (Namen sind frei erfunden und haben keinen Bezug zu realen Personen!):

Bob:
„Sag mal, du hast aber einen tollen Schwung! Bei mir läufts mal wieder nicht, ich weiss überhaupt gar nicht was ich machen soll oder woran es liegt. Ich treffe keinen Ball mehr!!  Ich habe neue Griffe seit einer Woche… und dieser neue 5-Pice Ball mit extra Spin macht auch nicht das, was die Werbung verspricht… vielleicht liegt`s ja auch einfach nur am Wetter?“

John: „Danke, hmm…  ich habe viel in letzter Zeit mit meinem „Pro“ trainiert und an meinem Schwung gearbeitet. Ich denke du solltest vielleicht auch mal wieder eine Pro-Stunde nehmen, oder was meinst du?!“
Bob: „Oh, meinst du ich habe das nötig… (grübelt länger) aber ich glaube du hast Recht. So kann es echt nicht weitergehen… Kannst du mir einen guten „Pro“ empfehlen…?
John: „Na klar…!“

Bob macht sich also auf den Weg zu seinem „neuen“ Pro! Es gibt einen Spruch aus dem Buch „Zen-Golf“ von Joseph Parent: „Golfspielen kann man nicht lehren, man kann es nur lernen„. Da ist wohl etwas Wahres dran. Der Spruch soll verdeutlichen, dass eine Unterrichtseinheit bei einem „Golflehrer“ nur so gut sein kann, wie das Interesse und die Bemühungen des Golfschülers. In dem Buch „Zen-Golf“, welches ich an dieser Stelle allen Bloglesern sehr empfehlen kann, ist die Metapher eines Bechers in der buddhistischen Lehre beschrieben, um den Lernprozess der vier verschiedenen Golfschülertypen zu verdeutlichen:
Schülertyp 1: Der Becher steht auf dem Kopf!
Gemeint ist damit ein Schüler, der zwar angeblich lernen will, aber nicht richtig zuhört und immer und immer mit denselben Problemen zu seinem Golfpro kommt. Der „Lehrer“ schüttet sein Wissen in oder besser gesagt auf den Becher (des Schüler) und ganz egal wieviel er versucht hineinzugießen, der Becher wird sich nicht füllen. Der Schüler „Bob“ wird sich nicht weiterentwickeln.
Schülertyp 2: Der Becher steht richtig, hat aber ein Loch im Boden!
Dieser Schülertyp hört zwar was gelehrt wird, aber vergisst es umgehend wieder. Er denkt weder über das Gelehrte nach, noch verarbeitet und beherzigt er die Vorschläge des Golflehrers. Wenn also Bob von John nach dessen Trainingseinheit gefragt würde: „Na, was hast du letztes Mal zu deinem Golfschwung erfahren?“ dann wird Bob sagen: „Ja also… äähhhm… es ging… ja, worum ging es eigentlich?“. Dies ist der oft zitierte Fall: zum einen Ohr hinein zum anderen Ohr hinaus. Ohne Hilfmittel wird sich Schüler „Bob“ kaum weiterentwickeln können.
Schülertyp 3: Der Becher steht richtig, hat kein Loch, ist aber von innen schmutzig!
Wenn das saubere „Wissen“ des Golflehrers in den schmutzigen Becher des Schülers gegossen wird, kann sich jeder schon vorab vorstellen, was passieren wird. Das was der Lehrer seinem Schüler beibringt, wird einfach vom Schüler „verzerrt“ und nach seinen eigenen Vorstellungen modifiziert und solange angepasst, bis es seinem „Schwungbild“ enspricht! Letzendlich lernt dieser Schüler auch nichts Neues. Alles das, was er an neuen Informationen während des Unterrichts erfährt, wird nicht ausreichend geschätzt. Der Schüler „Bob“ bleibt auf seiner Wissensstufe und hat eine ewig lange Plateauphase vor sich.
Schülertyp 4: Der Becher steht richtig, hat kein Loch und ist leer & sauber!
Dieser Schülertyp stellt den sogenannten Idealtyp dar. Er ist aufnahmebereit = da leer; von innen sauber = offen für Neues; hat kein Loch = er behält das neu gelernte Wissen. Schüler „Bob“ bringt also alle Voraussetzungen mit sich, sich in seiner Trainingseinheit mit Neugier & Spaß weiterzuentwickeln!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr wichtig ist seinen Scheuklappenblick abzulegen und anderen Golfern zuzuhören, wenn sie mir etwas zu meinem Schwung sagen. Nicht alles was „erzählt“ wird ist automatisch richtig und daher selektiere ich die Informationen sofort, um wie in einem Puzzel mit einzelen Puzzelteilen an dem Bild meines Golfschwungs zu arbeiten. Vor einer Trainingsstunde bei meinem „Pro“ versuche ich meinen Becher leer zu machen, denn nur dann passt auch wirklich neues Wissen in ihn hinhein ohne sofort überzulaufen. Das steigert die Effektivität von einer Prostunde für mich enorm und der sichtbare Lernprozess macht nicht nur mir, sondern auch meinem „Pro“ Spaß!

„Also… wie voll ist eigentlich dein „Training To Go“ Becher…?“

Viele Grüße,
McMulligan

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