Fit4Golf Teil 1: Rückenschmerz

Einleitung:
Der Golfsport stellt aufgrund seines Bewegungsschemas (z.B. Ansprechen des Balls/ Rückschwung/ Durchschwung/ Endposition) einen starken Anspruch an die Muskulatur des Golfers. Ungefähr 124 Muskeln werden bei einem Golfschwung vom Körper angesprochen und wollen dabei möglichst perfekt untereinander bei der Bewegungsausführung koordiniert werden. Dabei spielt nicht nur die Rumpfmuskulatur eine große Rolle. Wenn man seinen Blick auf den Profi-Golfsport richtet, fällt vermutlich jedem Betrachter schnell auf, dass es unterhalb der Tour-Pros viele verschiedene Golfschwünge gibt, um den Ball in Richtung Ziel zu befördern. Augenscheinlich scheint es daher keinen wirklich „perfekten Golfschwung“ zu geben, denn auch Tour-Profis scheiden immer wieder vorzeitig aus Turnieren aus, da sie z.B. aufgrund von Rückenschmerzen ihre Runde nicht beenden konnten. Bei näherer Betrachtung dieser Probleme wird somit schnell klar, dass eine gut trainierte (Rücken-)Muskulatur den Sportler nicht nur vor Verletzungen schützt, sondern auch langfristig vielen Rückenbeschwerden entgegenwirken kann und außerderm ein immenser Faktor für sportliche Leistungsfähigkeit des  Golfers darstellt.

Fit4Golf Teil 1: Rückenschmerz beim Golf

Der erste Teil der Fit4Golf-Reihe widmet sich den Erkrankungen des Knochen- und Bandapperats der Wirbelsäule und den damit verbundenen Schmerzen während der Bewegung beim Golfsport. Mein Anspruch ist es  hierbei, dem Golfer/in die wichtigsten Aspekte des Rückenschmerzes in Bezug auf den Golfsport und dessen Bewegung darzustellen, ohne dabei in großes Fachvokabular zu verfallen. Natürlich gelten viele Aussagen auch für den „Nicht-Golfspielenden“.
Rückenschmerzen stellen in der der ärztlichen Versorgung von Patienten mit Schmerzbeschwerden einen der größten Anteile dar. Jeder 10. Patient, der seinen  Hausarzt aufsucht, leidet unter  degenerativen Wirbelsäulenbeschwerden.  Diese Schmerzen „begleiten“ viele (vornehmlich) ältere, aber immer häufiger auch schon junge Golfspieler/innen und sorgen dabei für ein ganz eigenes „Handicap“ bei der Ausführung der sportlichen Bewegung. Die linksseitig dargestellte Schematik der Wirbelsäule soll bei der Orientierung und dem Verständnis helfen.
Degenerative Wirbelsäulenbeschwerden
Wenn man die Schwungbewegung etwas „machanischer“ berachtet, wirken beim Schwung auf die Bandscheiben, welche sich zwischen den Wirbelkörpern befinden, diverse Kräfte (Scher-, Rotations- und Biegekräfte) und das bei jedem Schwung! (Rechnen Sie doch selbst einmal aus, wieviele Schwünge Sie auf einer 18-Loch-Runde machen und vergessen Sie dabei ihre Probeschwünge nicht.) Somit entstehen oftmals sogar einseitige Belastungspitzen auf bestimmte Bereiche der Wirbelsäule. Wirbelsäulenbeschwerden können grundsätzlich aber einen verscheidenen Ursprung aufweisen. Sie können durch Wachstumstörung oder durch eine Destruktion ihrer Form und/ oder Funktionsstörung bedingt sein. Es würde zu weit führen sich allen Aspekten in diesem Artikel zu widmen, daher werde ich mich die wichtigsten beschränken.
Sehr häufig führen degenerative Erkrankungen der Wirbelkörper, der Bandscheiben, der Wirbelgelenke, der Muskeln und Bänder zu Rückenschmerzen. Neben einer möglichen Leistungsminderung (kürzere, ungenauere Schläge/ Fehlhaltungen durch Kompensationsversuche etc.) können diese Veränderungen auch schnell zu einem Verlust des Spaß am Golfsport oder bei schweren Problemen zur Aufgabe des Sports zwingen. Der Verschleiß der zu diesen Problemen (z.B. dem Schmerz)  führt, ist  im Verlauf des Lebens zu einem gewissen Grad normal, sprich physiologisch und besitzt nicht immer sofort einen Krankheitswert! Der Vorbeugung kommt jedoch ein besonderer Stellenwert zu.
Circa 70% der Beschwerden treten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Hier führt eine Bandscheibendegenration zu wechselnden „Schmerztypen“, die durch eine reflektorische Ruhigstellung und damit Verhärtung der Muskulatur in der Region des betroffenen Wirbelsegments begünstigt werden. Sind auch Wirbelgelenke betroffen, kann es zu einer Ausstrahlung der Schmerzen bin in die Knieregion kommen.
Es sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass eine Konsultierung eines Arztes bei akuten und längeren Beschwerden sinnvoll ist, um den Beschwerden auf den Grund zu gehen und einen weiteren gesundheitlichen Schaden abzuwenden.
Um Wirbelsäulenbeschwerden entgegen zu wirken, ist der gezielte Aufbau/ die Stabilisation der Rumpfmuskulatur (Bauchmuskeln, Rückenmuskulatur und Beckenmuskulatur) von großer Wichtigkeit. Diese kann durch eine gute physiotherapeutische Behandlung, welche die Bauch-/ Rückenmuskulatur kräftig und die Koordination schult geschehen. Außerdem können Tipps zur entlastenden Verhaltensweisen im Alltag und beim Sport vermittelt werden – eine sogenannte Rückenschule. Bei vielen Patienten kann dies schon zu einer deutlichen Reduzierung  oder sogar Beseitigung der Rückenschmerzen führen. Eine gute & individuelle ärztliche und physiotherapeutische Beratung des Patienten/ Golfers hat dabei höchste Priorität.
Wer sich etwas weiterführender mit einem rückenschonden Schwung aufgrund von vorherrschenden Beschwerden befassen möchte, dem empfehle ich folgenden Link: United-Golfers.

Ich wünsche allen Lesern eine gute, schmerzfreie & erholsame Golfrunde!
Viele Grüße,
McMulligan

Bildquelle: Aus Niethard, F.U., J. Pfeill: Duale Reihe Orthopädie (ISBN 3-13-130815-X) © Georg Thieme Verlag Stuttgart 2005
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s